Bericht (2018-03-10): KAC 2 VSV 7

Playoffs, Baby! Endlich ging es los mit den Playoffs, in deren Halbfinale kein geringerer Gegner als Lokalrivale und Titelträger VSV Unihockey wartete. Dank der besseren Platzierung im Grunddurchgang hatte der KAC Floorball Heimrecht, daher fand das erste Spiel auch im Waidmannsdorfer Hexenkessel statt.

Die Ausgangslage

Es war schwierig zu sagen, wer in dieser Partie als Sieger hervorgehen könnte. Der KAC hatte mit Alexander Kalles (Knochenbrüche) einen schmerzenden Ausfall, dafür kehrte der (noch angeschlagene) Joseph Holl (Sprunggelenk) ins Lineup zurück. Für Florian Hreniuk (Kreuzband) kam ein Einsatz noch zu früh. Bleibt abzuwarten, ob er in dieser Saison noch einmal aufs Parkett zurückkehrt. Ansonsten konnte der Coach auf seinen gesamten Stammkader zurückgreifen. Im Tor startete Maximilian Obereder.

Das Spiel

Wie erwartet starteten beide Teams extrem offensiv, aber auch vorsichtig in die Partie. Beide wollten unbedingt den ersten Treffer erzielen, letztendlich war es der VSV, der in Person von Niklas Fechtig die KAC-Abwehr aushebelte und den 1:0-Führungstreffer markierte (6′). Der KAC drückte auf den Ausgleich, kam auch zu einigen Chancen, die aber allesamt ungenützt blieben. Die Nervosität stieg, viele Bälle versprangen den Rotjacken. Der VSV spielte sein Spiel souverän und in der 14. Minute geriet der KAC in einen 0:2-Rückstand. Dass es nicht leicht werden würde, war spätestens zu diesem Zeitpunkt ersichtlich. Als in der 17. Minute VSV-Sniper Timo Schmid die KAC-Abwehr und Goalie Obereder alles andere als gut aussehen ließ, wussten auch die gut 300 Fans auf den Rängen, dass eine enorme Leistungssteigerung im zweiten Drittel her musste. Denn der erste Abschnitt endete mit 0:3 für die Rotjacken.

Nach einer Moralpredigt im zweiten Drittel wollten die Rotjacken endlich anschreiben, nachdem man schon in den ersten 20 Minuten unzählige Chancen liegen ließ. Eine Startoffensive ging aber gehörig in die Hose und der VSV konnte durch Kapitän Daniel Raab das 0:4 aus Sicht des KAC erzielen (24′). Die Nerven lagen blank. Wenige Sekunden später dann eine strittige Szene vor einem Freischlag der Rotjacken in der gegnerischen Hälfte: VSV-Verteidiger Joe Leurer wurde für zwei Minuten auf die Strafbank geschickt – aber war es berechtigt? Das war die Frage, die sich wohl alle Personen in der Halle stellten. Vom Schiedsrichtergespann wurde der Ruf „Mauer!“ (laut Angabe des Spielers) wohl etwas falsch verstanden – oder war es doch eine Schiedsrichterbeleidigung? Wir werden es wohl nie genau erfahren, jedenfalls war der Villacher mit zwei Strafminuten für Reklamieren doch recht gut bedient, auch wenn der VSV mit ungläubigen Blicken und Diskussionen die Entscheidung der Unparteiischen nicht einsehen wollte. Gebracht hat es dem KAC aber nichts, denn das Powerplay konnte nicht genutzt werden. Daher musste man andere Wege finden, den Ball im Tor zu versenken. Der VSV tat sich da leichter und als VSV-Youngstar Marco Tschemernjak kurz nach der Mittellinie einfach mal abzog und Maximilian Obereder einen Tick zu langsam war (28′), konnte man bereits erahnen, dass das restliche Spiel lediglich der Schadensbegrenzung dienen würde. Fairerweise muss man aber sagen, dass der KAC enormes Pech hatte, unter anderem traf Christoph Haimburger nur die Latte und Andreas Pfeifer scheiterte alleine vor VSV-Goalie Frank. Daher lief man nach zwei Dritteln einem 0:5-Rückstand hinterher. An ein Wunder glaubte wohl keiner mehr.

Der KAC kämpfte aber auch im letzten Abschnitt beherzt weiter, aber wie zu erwarten ließ der VSV nicht nach. Nachdem in der 45. Minute das 0:6 und in der 52. Minute das 0:7 fielen, konnte man die Partie getrost als Blamage darstellen. In den letzten Minuten, in denen der VSV allerdings schon einen Gang zurückschraubte, drehte man aber kurioserweise nochmal auf und erzielte innerhalb von 46 Sekunden in Person von Mack und Holl nochmal zwei Tore. Freilich war es schon zu spät und der KAC musste sich im ersten Spiel dieser Best-of-three-Halbfinal-Serie vor eigenem Publikum mit 2:7 geschlagen geben.

Das Fazit

Es war einfach zu wenig. Der KAC ließ defensiv viel zu viele Chancen des Gegners zu und der VSV spielte die Rotjacken quasi an die Wand. Nichts desto trotz gibt sich Stürmer Andreas Pfeifer zuversichtlich, dass noch alles drin ist: „Auch wenn das Ergebnis etwas anderes sagt, das Spiel war nicht mal so einseitg. Wenn wir hinten kompakter stehen und vorne die Chancen verwerten schaut es schon wieder ganz anders aus. Auch wenn ein 2:7 etwas hoch erscheint, eine Niederlage ist eine Niederlage. Wenn wir gleich zu Beginn scoren, dürfte alles drin sein! Wir geben uns nicht kampflos geschlagen und wenn man die bisherigen Duelle so anschaut, weiß man, dass es immer extrem knapp und ausgeglichen war. Am Samstag zählt es dann, da müssen wir gewinnen. Aber die bisherigen zwei Auswärtsspiele konnten auch gewonnen werden, daher bin ich davon überzeugt, dass man den KAC heuer noch öfter am Spielfeld sehen wird!“ Man darf gespannt sein und blickt fokussiert auf das zweite Halbfinale nächsten Samstag in Villach. Verliert man die Partie, ist die Saison vorbei. Gewinnt man, startet alles wieder bei Null und man kann mit den eigenen Fans im Nacken den Finaleinzug fixieren! Daher wird das Team um Coach Pucher nächste Woche in den Trainings noch mal Vollgas geben, um den Traum vom Finale aufrechterhalten zu können!

Das Lineup

Obereder (Kerschbaumer)

M. Pfeifer – Kramer, Holl – Krametter, Hirm;

Mayrobnig (C) – A. Pfeifer – Haimburger, Bilkey – Horn – Mack, Sterniczky – Weinberger – Niederleitner, Fritz;