Bericht (2018-03-24): KAC 6 VSV 2

Wahnsinn! Nach einem schwachen Start ins Halbfinale dreht man die Serie noch und schießt den VSV im entscheidenden dritten Spiel glatt mit 6:2 aus der Halle und steht somit zum ersten Mal seit 2015 wieder im finalen Duell um den österreichischen Meistertitel. Gegner ist Grunddurchgangssieger Wiener Floorball Verein, gegen den man bisher drei von vier Saisonspielen gewinnen konnte.

Die Ausgangslage

Spieler, Experten, Trainer und Fans: Sie alle konnten vor dem Entscheidungsspiel eine Frage nicht beantworten, nämlich die, wer nun Favorit auf den Einzug ins Finale sei. Für den KAC sprachen das letzte (überragende) Spiel in Villach, das starke Mannschaftsgefüge und natürlich auch die enorme Erfahrung im Trainerteam. Der VSV hatte als amtierender Meister sicherlich einen kleinen Bonus, zudem konnte alle drei Partien in Waidmannsdorf gewonnen werden. Alles war angerichtet für ein Sportereignis der Extraklasse. Die Tribüne füllte und füllte sich, die Fans erzeugten eine unglaubliche Stimmung. Vorneweg: Wir haben schlicht und einfach die besten Fans der Welt!

Alexander Kalles‘ Genesung verläuft zwar komplett nach Plan, ein Einsatz war aber noch nicht drin. Ansonsten stand Head Coach Oliver Pucher der gesamte Kader zur Verfügung, Maximilian Obereder stand von Beginn an im Kasten der Rotjacken. Nach intensiver Vorbereitung brannte die Mannschaft darauf, es noch mal allen zu zeigen!

Das Spiel

Beide Mannschaften tasteten sich zu Beginn ganz vorsichtig aneinander heran, versuchten, defensiv kompakt zu stehen. Das gelang ganz gut, in der sechsten Spielminute agierten die Gäste aber etwas ungeschickt und als Thomas Sterniczky nach einem Stoß von Thomas Seebacher durch die Luft flog, bekam der VSV-Stürmer gleich mal die erste Zweiminutenstrafe. Allerdings brachte dies kein KAC-Tor mit sich. Dafür konnte Martin Krametter ein paar Minuten später das 1:0 erzielen – auch wenn VSV-Goalie Frank ein wenig patzte. Der Verteidiger zog über links außen in die Mitte und brachte die Kugel im kurzen Eck unter. Der VSV versuchte vergeblich, auszugleichen und konnte den KAC nicht im Zaum halten. Jedoch gelang auch unseren Rotjacken bis zur Pause kein weiterer Treffer und somit endet ein wenig spektakuläres erstes Drittel mit einer knappen 1:0-Führung.

Neues Drittel, alte Leier. Mangelware? Tore! Der zweite Abschnitt begann, wie der erste aufgehört hatte. Geschlagene zehn Minuten dauerte es, bis etwas spannendes passierte – und es kam wieder zu einer Überzahlmöglichkeit für den KAC. Diesmal nutzte man diese aber und Joseph Holl zimmerte die Kugel in die Maschen (32′). Vier Minuten danach wurde der nächste Villacher in die Box geschickt. Dieses Mal erarbeitete man sich ebenfalls dicke Möglichkeiten, musste sich aber der Unterzahlformation der Draustädter geschlagen geben und konnte noch nicht das 3:0 erzielen. Und dabei blieb es auch bis zum dritten Drittel…

Was in diesem Drittel los war? Keine Ahnung, aber vorneweg: Wer das Spiel nicht gesehen hat wird sich nach diesen Worten die Augen reiben. Dabei fing das Drittel ganz und gar nicht nach Geschmack des KAC an. Zwar durfte man erneut im Powerplay ran, kassierte aber Shorthander zum 1:2. Als wäre das nicht genug, musste Martin Krametter zwei Minuten später nach einem Konter der Gäste in der Not regelwidrig einschreiten und daraus resultierte ein Penalty-Shot. Timo Schmid, seines Zeichens einer der besten Scorer der Liga, überließ Niklas Fechtig den Schuss und wurde nicht bestraft: Denn der Youngstar verwandelte gekonnt und ließ Maxi Obereder keine Chance. Zum Glück stellten sich die beiden Treffer als Weckruf für die Rotjacken heraus, die von diesem Zeitpunkt an die volle Kontrolle über das Spiel übernahmen. Der KAC presste intensiv und drückte so ordentlich auf die Tube, was in der 48. Minute auch belohnt wurde! Dominik Mayrobnig bekam einen langen Querpass von Christoph Haimburger genau auf die Schaufel und schickte die Kugel ins lange Eck. 20 Sekunden später dann das erste Unterzahlspiel, in welchem man nichts anbrennen ließ und die Führung über die Zeit brachte. Naja, bis zur 54. Spielminute, da wurde sie nämlich durch Haimburger sogar noch ausgebaut! Was danach passierte ließ die rund 400 Fans auf den Rängen ausflippen, denn sowohl Mayrobnig (56′) als auch Haimburger (58′, Empty Net) schürten ihren Doppelpack und warfen den VSV glatt mit 6:2 aus dem Wettbewerb. Gratulation an die gesamte Mannschaft, ihr wart heute überragend!

Das Fazit

Nach dem ersten Spiel sah es nicht gut aus für den KAC. Man verlor den Auftakt recht deutlich und präsentierte sich ganz und gar nicht in Playoff-Form. Daher hatten die Rotjacken nichts mehr zu verlieren und die Adler alle Karten in der Hand. Dass der KAC die Serie drehen konnte, zeigt einmal mehr, dass sich die Mannschaft durch ihre unglaublich starke Teamleistung einen Traum wahr gemacht hat. Für viele Spieler ist es das erste Finale, zehn waren schon 2015 bei der deutlichen Niederlage gegen den VSV (0:3 aus drei Spielen, damals noch Best-of-five) dabei. Ins Finale hat man es geschafft, jetzt geht es nur mehr um den Titel! Alles andere wird in den Hintergrund gestellt, bereits nächste Woche startet eine intensive Vorbereitung aufs erste Finalspiel, welches in zwei Wochen (7. April, 17 Uhr) in Wien stattfindet. Eine Woche später (15. April, Uhrzeit noch nicht fixiert) steigt dann der Showdown in Klagenfurt, bei dem der Sieger des ersten Duells den Sack schon zumachen und den Titel holen könnte!

Das Lineup

Obereder (Kerschbaumer)

M. Pfeifer – Kramer, Hreniuk – Krametter, Hirm – Fritz;

Mayrobnig (C) – A. Pfeifer – Haimburger, Holl – Horn – Mack, Bilkey – Weinberger – Sterniczky, Niederleitner;