„Ich kenne nur ein Ziel: Die Meisterschaft zu gewinnen“

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Hallo Kari, wie hast du dich bisher in Klagenfurt eingelebt?

Sehr gut! Der Grund warum ich eigentlich hierher gekommen bin, ist mein neuer Arbeitsplatz bei Habring Uhrentechnik in Völkermarkt, wo ich seitdem auch wohne. Meine Freundin aus Finnland wird nächstes Jahr nachkommen, damit wir uns zusammen als Familie hier niederlassen können.

Der erste Monat war natürlich eine Herausforderung: Auf meinem neuen Arbeitsplatz lernte ich viel Neues kennen und hatte am Anfang ganz schön viel Arbeit! Aber ich bin mir sicher, dass ich mich bald an den Alltag hier gewöhnen werde.

Klagenfurt war zuvor ein unbeschriebenes Blatt für mich, aber ich habe einen sehr guten ersten Eindruck von der Stadt. Besonders den Wörthersee finde ich besonders schön! Ich kann es kaum erwarten, Klagenfurt näher kennenzulernen.

 

Nach einer langen und erfolgreichen Karriere versuchst du dich nun als Trainer. Wie denkst du, kannst du der Mannschaft helfen?

Ich werde versuchen, meinen unbändigen Siegeswillen auf die Mannschaft zu übertragen, neue Taktiken einzuführen und der Mannschaft zusätzlich einen neuen Blickwinkel und eine neue Einstellung zum Floorballsport zu verschaffen. Ich sehe bereits sehr gute Ansätze und freue mich richtig, die Entwicklung der einzelnen Spieler zu verfolgen. Eines kann ich versprechen: Spätestens in den Playoffs werdet ihr einen ganz neuen KAC Floorball zu sehen bekommen!

Natürlich ist mein Ziel auch, vor allem den jungen Spielern zu helfen, ihre Ziele zu erreichen. Damit sollen auch Spieler geformt werden, die in nähester Zukunft zu Stützen in der Bundesligamannschaft werden sollen!

 

Du bist erst 35 – ist das nicht zu früh, die Spielerkarriere zu beenden?

Haha (lacht). Ich bin mir sicher, dass das für mich die beste Entscheidung war!

Es war mein Traum, alles auf eine Karte zu setzen, um ein großartiger Uhrmacher zu werden! Deshalb konnte ich Floorball nicht mehr professionell ausüben, um meine Ziele zu erreichen.

Meine Karriere wurde außerdem von vielen Verletzungen geprägt und erhole mich gerade erst von einer Hüftoperation.

Ich kann zwar nicht anders, als auf eine tolle Karriere zurückzublicken, aber die Chancen, nochmal auf dem Feld zu stehen, sind ziemlich gering.

 

In deiner Karriere hast du Seite an Seite mit vielen internationalen Topstars gespielt. Wer hat dich da am meisten beeindruckt?

Diese Frage ist natürlich nicht leicht zu beantworten.

Ich muss sagen, dass es viele beeindruckende Spieler gab, von denen ich viel lernen durfte. Die Liste ist zwar lang, aber dennoch möchte ich meinen guten Freund Harri Forsten hervorheben. Er hatte alles: Speed, Technik, Übersicht und eine Siegermentalität sondergleichen. Ein großartiger Athlet, aber dennoch ein bescheidener Mensch.

Ich habe viele Jahre meines Lebens zusammen mit ihm verbracht, vor allem menschlich ist er ein Vorbild.

 

Du kommst vom Land des Weltmeisters in die kleine Floorballnation Österreich. Wie „geschockt“ warst du, als du dir das erste Training angeschaut hast?

Nicht wirklich, eher im Gegenteil. Mich hat die professionelle Einstellung zum Sport und der Zusammenhalt in der Mannschaft beeindruckt. Natürlich ist das Level in der Hinsicht auf die Stocktechnik und taktische Ausrichtung um einiges niederiger, als ich es gewohnt bin. Aber ich denke, mit dieser Einstellung können die Spieler sich immer weiter verbessern und neue Erfahrungspunkte sammeln.

Floorball ist noch nicht so richtig angekommen in Österreich, boomt aber doch gewaltig! Doch auch die besten Ligen starteten einst bei Null. Wir können das selbst mitbeinflussen: In jedem Training, in jedem Spiel. Und mit diesem Verein und diesem Team sehe ich eine rosige Zukunft für den österreichischen Floorball!

 

In welchen Punkten unterscheidet sich der KAC Floorball von deinen früheren Klubs?

Der erste liegt klar auf der Hand: Ich habe noch nie ein rotes Dress getragen (grinst).

Aber natürlich wurde in den Klubs, bei denen ich aktiv war, noch professioneller gearbeitet und noch mehr auf die Details geachtet. Aber ich bin mir sicher, dass der Verein auf einem guten Weg ist, bald ein ähnliches Level erreicht zu haben! Vor allem der Kader und Trainerstab ist etwa in meinen früheren Teams viel größer gewesen, als es hier der Fall ist.

Der Verein hat einen großartigen Nachwuchsbereich, ähnlich wie in Finnland. Ich muss echt sagen, dass ich hier keine großen Unterschiede im Bezug auf Professionalität erkennen kann!

 

Du durftest die Mannschaft bereits kennenlernen. Welcher Spieler hat bei dir gleich einen besonderen Eindruck hinterlassen?

Über die Stärken der Spieler rede ich nicht sehr gerne, da jeder seine Stärken hat und jeder Einzelne ein ganz anderer Spieltyp ist. Wir wissen, wie man Tore macht, sind konditionell gut drauf und kämpfen bis zum Ende.

Franzis Persönlichkeit hat mich sehr beeindruckt, Andy ist ein Führungsspieler. Und mit Dominik haben wir einen super Kapitän!

 

Welche ersten Eindrücke hast du von Headcoach Oliver Pucher bekommen? Wie gut macht er seinen Job deiner Meinung nach?

Er ist eine österreichische Floorball-Legende. Es ist mir eine Ehre, mit ihm zusammen zu arbeiten. Er ist außerdem eine nette und lustige Person und ein großartiger Familienmensch.

Er versucht alles, was er über den Sport weiß, an die Mannschaft weiter zu geben, da macht er sehr vieles richtig! Natürlich kann und will ich ihn tatkräftig unterstützen. Er ist ein Trainer der die Mannschaft so weit wie möglich nach vorne bringen will und einem im Training alles abverlangt. Da mein Deutsch noch nicht all zu gut ist, ist er mir auch als Dolmetscher eine große Hilfe!

 

Wie weit kann es das Team heuer schaffen?

Wie soll ich sagen?

Ich habe in meiner Karriere nur ein Ziel kennengelernt: Die Meisterschaft zu gewinnen, ganz oben zu stehen. Wir haben alle Voraussetzungen, diese Ziele zu erreichen und werden bis zum Ende alles dafür geben. Ich hoffe auch, dass noch mehr Zuschauer in die Halle kommen, um Teil dieser tollen Saison zu sein. Denn je besser die Stimmung in der Halle, desto besser die Stimmung bei den Spielern!

 

Danke für das Interview!

Nein, ich bedanke mich! Ich wünsche der Familie des KAC Floorball alles Gute und freue mich schon auf die nächsten Spiele!