Die Jagd nach dem Silberpokal

Bereits nach der Saison 2015/16 sorgte man für Schlagzeilen, als man die Rückkehr des einstigen Supertalents Christoph Haimburger offiziell verkündete. Gerüchte dahingehend hat es bereits gegeben, für einen Fauxpas sorgte der ÖFBV, der den Wechsel bereits eine Woche vor dem offiziellen Transfer verkündete.

Doch das war noch nicht alles: Denn man präsentierte mit Ex-Spieler Oliver Pucher einen neuen Headcoach – den ersten, der nicht als Spielertrainer tätig war. Als Assistant Coach blieb dem Verein Jochen Bathe erhalten. Daher war die Erwartungshaltung auch ziemlich hoch. Das Team absolvierte eine äußerst intensive Vorbereitung inklusive Leistungstests und Vorbereitungsturnieren. Als Ziel wurde das Finale ausgegeben. Der junge Center Philipp Horn wurde in die Bundesliga-Mannschaft hochgezogen.

Bereits am ersten Spieltag stand ein Auswärtsspiel beim Lokalrivalen VSV Unihockey an. Der KAC gewann überraschend mit 4:3, es ist der erste Erfolg gegen den Erzrivalen seit über zwölf (!) Jahren! Diesem Erfolg folgte ein 7:2-Kantersieg gegen Meister Wien. Man konnte es kaum glauben! Doch nach dieser kurzen Siegesserie reihten sich auch einige Niederlagen dazu, sodass das Team auf Tabellenrang zwei überwinterte. Inzwischen erklärte Jochen Bathe seinen Rücktritt als Co-Trainer, als Begründung nannte er private Gründe.

Im neuen Jahr wurden mit Christoph Platzer und Lukas Lam zwei Rookies aus dem Farmteam in die Kampfmannschaft hochgezogen. Auffällig war dabei vor allem das Heimdebüt von Platzer, der zwei Tore schoss. Ebenso bemerkenswert: Lams erster Ballkontakt in der Bundesliga war ein schöner Assist. Daraufhin verlief die Saison recht schleppend, einige Spiele stachen aber heraus. So etwa das Heimspiel gegen Vorarlberg, das beim Stand von 4:3 abgebrochen wurde. Grund dafür: Ein schweres Foul mit akuten Verletzungsfolgen gegen Dominik Mayrobnig. Doch das absolute Highlight der Saison war sicherlich das letzte Heimspiel im Grunddurchgang – gegen Villach. Denn mit einem historischen 6:5-Sieg nach Verlängerung konnte der KAC auch zuhause gegen den VSV gewinnen – zum ersten Mal seit über einem Jahrzehnt! Torschütze in der Overtime? Christoph Haimbuger! Und da Zell überraschend gegen Vorarlberg verlor, schlängelte sich der KAC noch vor auf Platz drei. Gegner im Halbfinale? Wieder VSV!

Im ersten Spiel der Serie zauberten die Jungs eine super Partie aufs Parkett, die Overtime sollte jedoch dem VSV den Matchball bescheren. Der KAC ging mit enormen Feuer und Elan ans Werk, der VSV kam immer wieder heran. Schließlich ging Villach zwei Minuten vor Ende in Front. Andreas Pfeifer konnte per Freischlag ausgleichen, der Schiedsrichter gab das Tor vor fast 500 ungläubigen Fans nicht, da der Abstand des Gegners zu gering war. Rudelbildung war die Folge, vergebens. Der VSV zog ins Finale ein und holte sich später auch den Titel.

Zur Saison 2017/18 wurden einige Änderungen beschlossen. Alexander Kalles gab den Kapitänsposten ab, Coach Pucher nannte Dominik Mayrobnig als seinen Nachfolger. Assistenzkapitän wurde Florian Hreniuk, der beinahe die gesamte letzte Saison aufgrund eines Kreuzbandrissen verpasste. Christoph Platzer und Lukas Lam wurden nach Finnland verliehen, letzterer allerdings nur bis Jahresende 2017. Zudem verkündete Michael Gritsch sein Karriereende; allerdings mit der Option, bei Lust und Laune wieder einzusteigen.

Das Saisonziel erklärte Coach Pucher ganz klar und deutlich: Meister!