Überragender KAC verliert unglücklich das Finale beim VSV

Was für ein Auftritt des KAC II – Nach 14 Minuten stand es bereits 3:0!. Aber Villach rappelte sich auf uns drehte die Partie – nicht ganz ohne fremde Hilfe…

Ausgangslage

Klar war, dass der VSV als Favorit in dieses Finale ging. Somit blieb uns nur die Underdog-Rolle, durch die wir überraschen wollten. Nach zwei recht klaren Niederlagen im Grunddurchgang wollten wir den Blau-Weißen nun zeigen, wer die Nummer eins in Kärnten ist.

Personalien

Da nicht ganz vollzählig, ging man nicht topbesetzt ins Spiel. Mit Sandro Schütz, Adrian Samm und Stefano Motta fielen gleich drei Stürmer der dritten Linie aus. Zwei Verteidiger-Center-Kombis waren also für die Defense verantwortlich, während vorne drei Sturmpaare wirbelten. Stichpunkt Defense: Die von Coach Pfeifer angeordnete Taktik war es, defensiv solide zu stehen. Im Tor startete Lukas Kerschbaumer.

Gegner

Villach war in Vollbesetzung. Vor allem ihre erste Linie galt es in Schach zu halten. Spieler wie Kapitän Johannes Koller oder Niklas Fechtig gelten nicht umsonst zu den größten Talenten Österreichs. Zudem standen zwei gute Torhüter auf ihrem Spielbericht.

Spiel

Es war ein Traumstart nach Maß. Bereits nach fast drei Minuten spielte Verteidiger Fabian Grabner beim Freischlag kurzen Pass zu seinem Center Philipp Horn, der beherzt von der Mittellinie abzog – 1:0! Nach sieben Minuten erhöhte Christoph Platzer nach Zuspiel von Fabian Hirm auf 2:0. Danach muss Platzer für zwei Minuten in die Kühlbox, die Unterzahl wird aber souverän überstanden. Der dritte Treffer war dann das Sahnehäubchen: Grabner fischt dem nach vorne stürmenden VSV-Verteidiger den Ball ab, der zu Horn springt. Der spielt nach einer traumhaften Drehung einen Backhand-Pass in die Mitte zum völlig freistehenden Platzer, der mühelos scort. Drei Minuten vor Ende bleibt KAC-Stürmer Lukas Lam bei einem Konter nichts anderes übrig, als einem Villach-Spieler den Schläger hinzuhalten. Zwar nicht wirklich regelwidrig, der Schiedsrichter entschied sich aber für eine Zweiminutenstrafe. Dadurch kam der VSV zu seinem ersten Treffer im Powerplay durch Niklas Felsberger. Mit einem 3:1 gings das erste Mal in die Kabine.

Das zweite Drittel begann mit einer Druckphase von Villacher Seite. Nach einem Wirrwarr hinterm Tor nahm Luca Wiesner dem VSV-Stürmer den Ball ab, Schiedsrichter Jürgen Filipic entschied aber auf Zwei Minuten. Kurios: Sein Kollege Markus Dobernig stand direkt daneben, entschied sich aber zuerst für einen einfachen Freischlag, ehe Filipic von der anderen Hälfte auf Bankstrafe entschied. Heftige Diskussionen waren die Folge – sie blieben aber erfolgslos. Durch dieses Powerplay kam Villach in Person von Alexander Hanschur wieder heran. Um die 30. Minute folgten zwei Strafen innerhalb zweier Minuten: VSV-Stürmer Fechtig musste zuerst für zwei Minuten in die Box, ehe es auch KAC-Kapitän Martin Fritz erwischte. Bis dahin passierte aber nicht mehr viel, einzig in einer neuerlichen Druckphase Villachs kamen die Hausherren beinahe zum Ausgleich; das Schiedsrichterduo sah aber einen Stockschlag in der Aktion und pfiff ab. Somit ging es mit dem Spielstand von 3:2 in die zweite Pause.

Der dritte Abschnitt begann so gar nicht nach dem Geschmack des KAC: Das Villacher Kombinationsspiel konnte für kurze Zeit überhaupt nicht in den Griff bekommen werden, somit konnten sie durch Felsberger ausgleichen. Die Führung war futsch. Jetzt galt es, alle Kräfte zu mobilisieren und offensiv noch mehr Akzente zu setzen. Doch der Schiedsrichter hatte wohl was dagegen: Denn als Philipp Werhounig eine Strafe für Stockschlag aufgebrummt bekam, begannen beim KAC so langsam die Nerven blank zu liegen. Verständlich, der Verteidiger hatte lediglich den Ball gespielt und den Gegner nicht einmal richtig berührt. Die Schiris ließen sich aber nicht beirren. Dass Villach im Powerplay die meiste Torgefahr ausstrahlte, minderte diesen Umstand nicht wirklich. Zurecht regte sich Coach Pfeifer zugleich (erfolglos) auf. Und er sollte recht behalten: Denn nach einer Sekunde knallte VSV-Kapitän Johannes Koller den Ball ins kurze Eck und ließ dem groß aufspielenden Kerschbaumer im Kasten nicht den Hauch einer Chance. Somit lief der KAC nun einem Rückstand hinterher – Fehler machen verboten hieß die Devise.
Nur eineinhalb Minuten nach dem VSV-Treffer musste erneut Platzer auf die Strafbank, nachdem er den VSV-Spieler im vollen Lauf über die Bande bugsierte. Der KAC beharrte auf stinknormales Körperspiel, die Referees waren da andere Meinung. Gott sei Dank überstand man die Unterzahl schadlos und es ging weiter. Größte Priorität hatte nun der Ausgleich. Doch das Tor schoss Villach: Sniper Niklas Fechtig netzte nach Zuspiel von Sturmpartner Christoph Steiner ein. Jetzt war Feuer am Dach! Da kam ein Powerplay für den KAC gerade recht. Leider konnte dieses nicht in einen Treffer umgemünzt werden. Coach Pfeifer nahm ein Timeout, schwörte die Mannschaft ein und forderte Vollgas nach vorne. Man versuchte alles, baute Druck vorne auf. Das Glück war aber nicht auf unsere Seite, Querpässe wurden abgefälscht, Fabian Grabner traf nur die Querlatte. In der letzten Minute holte sich Villach den Ball und gab ihn nicht mehr her. Ein letzter Konter blieb erfolgslos. Somit war der Traum von der Titelverteidigung geplatzt.

Fazit

„Hauptziel dieser Liga war für uns das Ausbilden junger Spieler für die Bundesliga. Diesen Zweck hat sie mehr als nur erfüllt!“ meinte Headcoach Andreas Pfeifer nach der Partie. Trotzdem kann man auf eine starke Saison zurückblicken, die in diesem Finale sicherlich mit der besten Leistung des Jahres gekrönt wurde. Auch wenn der Titel nicht zurück nach Klagenfurt geholt wurde: Man darf stolz auf die Jungs sein, die immer Moral und Kampfgeist bewiesen – in guten wie in schlechten Spielen. Eine Gratulation geht an das überragenden Team vom VSV, dass die Saison ungeschlagen überstehen konnte!

Mannschaftsaufstellung

Tor: Kerschbaumer (Gaugg)

Verteidigung: 33 Werhounig, 75 Hirm; 87 Grabner, 6 Wiesner;

Angriff: 12 Krömer, 74 Wurmitzer, 86 Fritz (C); 71 Platzer, 10 Horn, 93 Lam; 99 Gaidis, 26 Meixner;

Trainer: Andreas Pfeifer, Dominik Mayrobnig

Kader der Saison 2016/17

34 | Lukas KERSCHBAUMER | Torhüter
37 | Alexander MÜLNERITSCH | Torhüter
69 | Luca GAUGG | Torhüter

6 | Luca WIESNER | Verteidiger
9 | Stefano MOTTA | Stürmer
10 | Philipp HORN | Stürmer
12 | Maximilian KRÖMER | Stürmer
33 | Philipp WERHOUNIG | Verteidiger
71 | Christoph PLATZER | Stürmer
74 | Luca WURMITZER | Stürmer
75 | Fabian HIRM | Verteidiger
86 | Martin FRITZ (C) | Stürmer
87 | Fabian GRABNER | Verteidiger
93 | Lukas LAM | Stürmer
95 | Adrian SAMM | Stürmer
99 | Artis GAIDIS | Stürmer

Trainer:

Andreas PFEIFER | Head Coach
Dominik MAYROBNIG | Assistant Coach