Von damals bis heute: Eine Zeitreise

Erste Jahre, Premierentitel und die Ära Tero Niemi
(2002-2004)

Am 24. September 2002 wurde der KAC Floorball von den zwei aktiven Floorballern Torsten Lutter (zuvor Flyers Villach) und Peter Marschik (zuvor IC Graz) gegründet. Im ersten Jahr wurde ein Team zusammengestellt, das von Tero Niemi als Spielertrainer geführt wurde.

Die beiden Gründer Lutter und Marschik waren die beiden ersten KAC-Spieler, dazu gesellten sich die beiden Finnen Niemi und Paso Valjakka.

Mit dem schwedischen Verteidiger Karl Jepsson wurde dazu noch ein dritter Legionär geholt. Auch die 17- bzw. 18-jährigen Brüder Andreas und Martin Pfeifer stießen zum Kader. Torsten Lutter wurde Kapitän.

Dazu holte man einige Spieler von Marschiks Ex-Verein, dem IC Graz. Darunter war auch Torhüter Hans-Jürgen Wernegger.

In der ersten Saison, in der in der Bundesliga angetreten wurde, schaffte der Verein es bis ins Finale gegen die TVZ Wikings aus Zell am See und siegte glatt mit 3:2 nach Verlängerung. Dass der erste Titel im Jahr der Gründung geholt wurde, gilt noch heute als absolut legendär und geschichtsträchtig.

Nach der historischen ersten Saison verließ Karl Jepsson den Verein. Die Saison 2003/04 verlief stark, obwohl man sich trotz des Titelgewinns in der vergangenen Saison nicht allzu große Hoffnungen auf eine Titelverteidigung machte.

Doch tatsächlich stieg man bis ins Finale auf, wo man abermals auf die TVZ Wikings aus Zell traf. Diesmal zog man gegen scheinbar übermächtige Zeller aber den Kürzeren. Dennoch war man mit der gesamten Saison äußerst zufrieden. Doch mit diesem Zeitpunkt begann auch ein langer Leidensweg, der bis zum Tiefpunkt der Vereinsgeschichte führte.

 

 

Titellose Jahre und der freiwillige Abstieg
(2004-2008)

Zur Saison 2004/05 schloss man mit dem Partnerverein FBV Klagenfurt eine Kooperation, nach der zahlreiche Spieler des „Team Buhurt“ leihweise die Rotjacken in der Bundesliga verstärken sollten. Darunter waren Spieler wie Michael „Schoko“ Schachner, Walter Kampel oder Thomas Kruggel. Einige davon sollten sich über Jahre hinweg in der Bundesliga etablieren oder sogar den Legenden-Status erreichen.

Doch diese Saison lief nicht nach Wunsch. Zwar konnte man sich fürs Playoff qualifizieren, jedoch scheiterte man im Halbfinale. Zell wurde später Meister. Zu dieser Zeit begann es innerhalb der Mannschaft zu brodeln. Der Großteil des Teams kam nun nämlich aus Graz und wollte nicht die ständigen Fahrten von Graz nach Klagenfurt auf sich nehmen. Ein anderer Grund dafür war, dass man sich als das stärkste Team Österreichs bezeichnete und viel zu egoistisch gedacht hatte.

Die Saison 2005/06 sollte beinahe identisch werden. Erstens unternahm man keine personellen Veränderungen und zweitens wiederholte sich das gleiche Bild, wie in der Saison zuvor: Erreichen des Playoffs, Scheitern im Halbfinale und Zell wurde wieder Meister. Teamintern war noch immer keine Ruhe aufgetreten, das Halbfinal-Aus verschlimmerte die Situation noch mehr.

Die Saison 2006/07 brachte ebenfalls keinen großen Erfolg. Anfangs war man noch sehr zuversichtlich, hatte man mit Jochen Bathe von den Zuger Highlands (Schweiz) doch einen sehr starken und erfahrenen Legionär geholt. Doch diese Saison sollte der Beginn einer langjährigen Herrschaft des KAC-Erzrivalen VSV werden. Der KAC schied dagegen wieder im Halbfinale aus. Vereinsintern konnte man schon fast von einer Krise sprechen, denn innerhalb der Mannschaft brodelte es immer gewaltiger. Die Grazer Leihspieler drohten bereits an, zurück nach Graz zu gehen.

Neustart in Liga zwei und sofortiger Wiederaufstieg
(2008–2014)

Die Saison 2007/08 sollte die bislang schlechteste der Vereinsgeschichte werden. Zwar erreichte man mit Glück das Halbfinale, dort schied man aber wie in den letzten Jahren aus. Danach eskalierte die mannschaftsinterne Situation und die Grazer Spieler packten ebenso die Koffer wie die FBVler. Daher verließen etwa drei Viertel der Mannschaft den Verein.

Doch die Hiobsbotschaft folgte erst, als Legende Tero Niemi seinen Abschied bekannt gab. So ging neben dem besten KAC-Stürmer aller Zeiten auch der Trainer verloren. Daher ließ sich Torsten Lutter überreden, als Spielertrainer weiterzumachen. Infolge dessen gab er die Kapitänsschleife an Thomas Kruggel weiter, der sich als einziger Ex-FBV-Spieler zum Verbleib entschied. Jochen Bathe wurde Alternativkapitän.

Trotzdem stand man so gut wie ohne Team da. Daher musste der Verein handeln und setzte eine radikale Verjüngung des Kaders um: Der Großteil des Kaders bestand nun aus aufstrebenden Eigenbauspielern ohne jegliche Bundesliga-Erfahrung. Der Verein entschied, die Nennung für die Bundesliga zurückzuziehen und für die zweite Liga zu nennen. Dies ist sportlich gesehen als absoluter Tiefpunkt der Vereinsgeschichte anzusehen, jedoch bedeutete dies auch den Startschuss für einen Neustart mit einem Mix aus erfahrenen Spielern (Lutter, Kruggel, etc.) und jungen Eigenbauspielern. Einige schafften Jahre später den Durchbruch und wurden zu Stammkräften.

Auch drei vereinslose Spieler wurden geholt. Mit Andreas Pfeifer wurde ein Meister von 2003 reaktiviert, hinzu kamen Verteidiger Michael Kramer und Torhüter Raphael Wigoutschnigg, der sich erst auf dem Feld versuchte, dann aber ins Gehäuse wechselte. Letzterer wurde zur Nummer zwei hinter dem neuen Stammtorhüter Dennis Trenner, der das Erbe von Hans-Jürgen Wernegger und Thomas Herzog antrat. Mit Felix Scherer vom IBC Leoben holte der KAC noch einen dritten Torhüter.

Die Saison verlief wie geplant; am Ende stand der Aufstieg. Man landete auf Platz zwei und somit ironischerweise hinter dem IC Graz, zu dem einige Ex-KACler im Sommer zurück gewechselt waren.

Der KAC Floorball war zurück im Oberhaus. Im Gegensatz zu den vergangenen Jahren wurde personell nichts verändert. Das Torhüter-Duo bestand wieder aus Dennis Trenner (nominelle Nummer eins) und Raphael Wigoutschnigg, Reservegoalie Felix Scherer zog es zurück zu seinem Stammverein IBC Leoben.

Nach dem Grunddurchgang wurde man Dritter; so traf man im Playoff-Halbfinale auf den zweitplatzierten Erzrivalen und späteren Meister VSV Unihockey und unterlag in den ersten beiden Spielen der Best-of-three-Serie mit 2:8 bzw. 3:8.

Langsame Rückkehr an die Ligaspitze
(2014–2015)

Zur neuen Saison gab Spielertrainer Torsten Lutter bekannt, sich ab sofort nur noch auf seine Aufgaben als Spieler konzentrieren zu wollen. Da sich erneut kein Trainer finden ließ, wurde Andreas Pfeifer Spielertrainer, unterstützt wurde er von den ebenfalls noch aktiven Jochen Bathe und Thomas Kruggel, der noch einmal ein Comeback wagte. Ebenfalls neu ins Team geholt wurde Nationalspieler Matthias Weigert vom UHC Linz und die Jugendspieler Florian Hreniuk und Gregor Glaboniat. Den Abflug machte hingegen David Swoboda, der zu den Bandyts wechselte. Der Lette Artis Gaidis und Eigenbauspieler Luca Gaugg wurden ins neu gegründete Farmteam versetzt, um Spielpraxis zu sammeln.

Die Saison sollte die stärkste seit Jahren werden. Nach Platz drei nach dem Grunddurchgang stand man erstmals seit 2004 im Finale. Zwar unterlag man dort recht deutlich in drei Spielen (Best-of-five-Serie) dem Erzrivalen VSV Unihockey, doch man konnte den riesigen Sprung der Mannschaft erkennen, den diese innerhalb dieser Saison machte.

Mit ein Grund dafür war sicherlich auch die Gründung eines Farmteams, durch das vor allem junge Spieler Spielpraxis in der 2. Bundesliga sammeln konnten. Man wurde durch eine kleine Sensation Meister; der Aufstieg blieb dem Team aber verwehrt, da es verboten war, mit zwei Mannschaften in der ersten Bundesliga zu spielen. Mit einem Unentschieden gegen die Innebandinos7 aus Wien (4:4) holte man sich am letzten Spieltag den Titel.

Die Saison 2015/16 sollte einige große Änderungen im Verein bringen. Grund dafür war, dass Präsident und Mitgründer Torsten Lutter den Verein verließ, nachdem er sportlich keine Perspektive für sich selbst sah. Der 42-jährige Lutter war für die neue Saison nicht mehr als Spieler eingeplant; dies teilte ihm Spielertrainer Andreas Pfeifer persönlich mit. Verteidiger Jochen Bathe beendete seine Karriere und wurde Co-Trainer.

Neuer Vorstand gewählt
(Herbst 2015)

Im Herbst 2015 wurde ein neuer Vorstand rund um Sterniczky, Mack, Pfeifer Andreas, Pfeifer Martin, Weinberger und Kalles gewählt. Nicht nur der Vorstand war neu – auch das Logo wurde im gleichne Zuge geändert. Mit neuem Elan wollte das neue Vorstandsteam die Grundstruktur im Verein verbessern und den Club weiterhin ausbauen.

Vor der Saison 2016/17 musste der KAC Floorball viele schmerzhafte Abgänge hinnehmen. Neben Jochen Bathe beendete auch Thomas Kruggel nach elf Jahren seine Karriere vorerst, um ebenfalls Co-Trainer zu werden. Da er von der Trainingsmoral einiger Spieler nicht sehr begeistert war, gab er seine Position auf und wurde Headcoach beim Stadtrivalen Dynamo USI, wo er nur einen Monat später als Spielertrainer ein Comeback feierte. Torsten Lutter wechselte nach Villach, Goalie Bernhard Schusser tat es ihm gleich und kehrte ebenfalls zu seinem Stammverein VSV Unihockey zurück. Auch Matthias Weigert zog es zurück zum UHC Linz. Youngster Michael Krusic verließ den Verein, um eine Pause einzulegen.

Die Jungen sollen es richten

Diese frei gewordenen Kaderplätze wurden hauptsächlich mit Eigenbauspielern ausgefüllt. Lukas Kerschbaumer ersetzte Goalie Schusser, während der bisherige Ersatzkeeper Maximilian Obereder zum Einser-Goalie befördert wurde. Abwehrspieler Martin Krametter etablierte sich in seiner Rookie-Saison gleich zum unumstrittenen Stammspieler. Artis Gaidis, der vor der letzten Saison noch ins Farmteam versetzt worden war, stand ebenso wieder im Kader, wie Martin Pfeifer, der beim Titelgewinn 2003 schon dabei gewesen war und nach elf Jahren (2004–2015) erstmals wieder in der Bundesliga spielte, nachdem er wie Gaidis im Jahr zuvor schon im Farmteam zum Einsatz gekommen war.

Vor der Saison nahm der KAC Floorball wieder am Vorbereitungsturnier in Innsbruck an den Alps Open teil, bei denen man als Titelverteidiger ins Turnier startete. Tatsächlich konnte man mit einem erneuten Finalsieg gegen Unihockey Vorarlberg den Titel verteidigen.

Den Grunddurchgang beendete man mit 20 Punkten aus zehn Spielen auf Platz drei, so traf man im Playoff-Halbfinale auf den zweitplatzierten SU Wiener FV. Vor den Playoffs wurden mit Maximilian Krömer und Martin Fritz zwei Farmteam-Spieler nachnominiert. In der Best-of-three-Halbfinalserie unterlag man jedoch deutlich mit zwei hohen Niederlagen (5:12 heim und 5:11 auswärts). Wien wurde später Meister.

Gleich nach Ende der abgelaufenen Saison wurde mit Oliver Pucher ein neuer Headcoach vorgestellt, der zuvor bereits als U9-Trainer tätig war. Anfang Juni bestätigte der Verein zudem die Rückkehr von Christoph Haimburger an den Wörthersee. Der Flügelstürmer wechselte nach zwei Jahren beim IC Graz zurück zu seinem Heimatverein KAC Floorball. Auch der junge Ballkünstler Philipp Horn bekam einen Platz in der ersten Mannschaft.

Ende Juni nahm der KAC Floorball zum ersten Mal am internationalen Turnier „Amsterdamned Floorball Tournament“ in Amsterdam teil. Mit dabei waren bereits die Neuzugänge Christoph Haimburger und Philipp Horn. Man erreichte nach starker Leistung Platz fünf. Dabei wurde der erst 15-jährige Lukas Kerschbaumer zum besten Torhüter des Turniers gewählt.

Als Höhepunkt der Pre-Season 2016/17 nahm der KAC Floorball zum bereits vierten Mal an den Alps Open teil, die man in den letzten beiden Jahren gewinnen konnte. Man unterlag im Finale jedoch den TVZ Wikings Zell am See.

Schließlich begann die neue Saison in der Bundesliga. Als Ziel wurde das Erreichen der Finalspiele ausgegeben, somit absolvierte das Team eine äußerst intensive Vorbereitung rund um Neo-Coach Pucher. Bereits am ersten Spieltag stand ein Auswärtsspiel beim Lokalrivalen VSV Unihockey an. Der KAC gewann überraschend mit 4:3 gegen den sich im Umbau befindlichen VSV (setzte sehr viele Nachwuchsspieler ein). Dennoch ist dieser Erfolg hoch einzuschätzen, gelang der letzte volle Erfolg gegen den Lokalrivalen vor zwölf (!) Jahren.

Diesem Erfolg folgte ein 7:2-Kantersieg gegen Meister Wien. Nach einer kurzen Siegesserie reihten sich auch einige Niederlagen dazu, sodass das Team auf Tabellenrang zwei überwinterte. Im neuen Jahr wurden mit Christoph Platzer und Lukas Lam zwei Rookies aus dem Farmteam in die Kampfmannschaft hochgezogen. Auffällig war dabei vor allem das Heimdebüt von Platzer, der zwei Tore schoss. Ebenso bemerkenswert: Lams erster Ballkontakt in der Bundesliga war ein schöner Assist.

Saisonaus trotz überragender Leistung

Die Sensation wäre beinahe perfekt gewesen. Denn mit einem historischen 6:5-Sieg nach Verlängerung konnte der KAC auch zuhause gegen den VSV gewinnen – zum ersten Mal seit über einem Jahrzehnt! Da Zell überraschend gegen Vorarlberg verlor, schlängelte sich der KAC noch vor auf Platz drei. Gegner? VSV!

Ja was soll man sagen. Im ersten Spiel der Serie zauberten die Jungs eine super Partie aufs Parkett, die Overtime sollte jedoch dem VSV den Matchball bescheren. Der KAC ging mit enormen Feuer und Elan ans Werk, der VSV kam immer wieder heran. Schließlich ging Villach zwei Minuten vor Ende in Front. Andi Pfeifer konnte per Freischlag ausgleichen, der Schiedsrichter gab das Tor vor fast 500 ungläubigen Fans nicht, da der Abstand des Gegners zu gering war. Rudelbildung war die Folge, vergebens. Der VSV zog ins Finale ein und holte sich später auch den Titel.

Kleines Detail am Rande: Platzer und Lam verlassen den Verein im Sommer leihweise für die nächste Saison. Die beiden zieht es nach Finnland, wo sie ihre spielerischen Fähigkeiten noch mehr verbessern wollen.