Nach dem Vizemeistertitel 2015 stand der KAC Floorball vor dem bis dato größten Umbruch in seiner Klubhistorie. Im Zuge der Generalversammlung wurde Vereinsgründer Torsten Lutter in seiner Funktion als Präsident abgewählt, da dieser laut des Ermessens zahlreicher Vereinsmitglieder zu viele Aufgaben selbst übernahm, anstatt diese auf mehrere Personen zu verteilen. In den Kaderplanungen der Rotjacken spielte Lutter ebenfalls keine Rolle mehr, der neue Vorstand um dessen Nachfolger Thomas Sterniczky forcierte weiterhin den „jungen Weg“ in der Bundesliga, wodurch für den 42-jährigen Lutter kein Platz mehr im Team war.

Neustrukturierung des Vereins

Eine vom neuen Vorstand angebotene Rolle als Vereinsfunktionär lehnte er zudem ab, stattdessen verkündete der VSV Unihockey etwa einen Monat darauf die Verpflichtung Lutters. Dies war jedoch nicht der einzige Grund, warum sein Abschied von den Rotjacken nicht in aller Stille über die Bühne ging: Auch das Vereinslogo musste aus rechtlichen Gründen geändert werden. Das Logo wurde einst von einem Freund von Torsten Lutter entworfen und dieser beharrte plötzlich auf seinem Urheberrecht. Nach Neugestaltung des Logos begann der neue Vorstand um Neo-Präsident Sterniczky, den Klub vor allem infrastrukturell neu aufzustellen. Vor allem das Standing des Klubs sollte unter anderem durch gezielte Vermarktung oder die Gewinnung neuer Sponsoren verbessert werden.

Auch im Bundesliga-Kader gab es einige Änderungen, unter anderem verließen die Altstars Jochen Bathe (Karriereende) und Thomas Kruggel (Wechsel zu Dynamo USI) sowie Nationalspieler Matthias Weigert (Rückkehr zum UHC Linz) die Mannschaft. Mit Ausnahme des Letten Artis Gaidis bestand der Kader für die Saison 2015/16 ausschließlich aus Eigenbauspielern, mit Martin Pfeifer wurde zudem ein Spieler der Meistermannschaft von 2003 aus dem Farmteam in die Kampfmannschaft zurückgeholt. Mit dem Erreichen der Playoffs wurde das sportliche Mindestziel erfüllt, im Halbfinale war gegen den Wiener Floorball Verein jedoch Endstation.

Kräftemessen mit den Topteams der Liga

Im Sommer 2016 präsentierte der KAC Floorball den ehemaligen KAC- und Nationalspieler Oliver Pucher als neuen Head Coach der Kampfmannschaft. Zum ersten Mal in der fast 15-jährigen Vereinsgeschichte wurde das Team somit nicht mehr von einem Spielertrainer geführt. Eine der ersten Amtshandlungen Puchers wurde die Rückholaktion von Flügelstürmer Christoph Haimburger, der sich mit 27 Scorerpunkten auf Anhieb als einer der Eckpfeiler der Mannschaft etablieren sollte. Im Gegenzug verließen mit Christian Dworzak und Georg Luschin zwei Schlüsselspieler den Klub in Richtung Wien.

Die neue Aufbruchstimmung war auch nach außen hin klar zu erkennen: Zu Beginn der Saison 2016/17 wirkte das Team wie ausgewechselt. Bereits am ersten Spieltag konnte der KAC Floorball einen 4:3-Auswärtssieg beim VSV Unihockey feiern – der erste über den Erzrivalen seit über 13 Jahren. Dem folgte ein 7:2-Heimsieg über den amtierenden Meister aus Wien sowie eine grundsolide Regular Season, die auf dem dritten Rang abgeschlossen wurde. Im Halbfinale zogen die Rotjacken jedoch knapp gegen den VSV den Kürzeren. Dennoch war man auf einem guten Weg: Nun wusste man, dass man das Potenzial hatte, auch mit den Großen mitzuhalten.